E-Autos sind zur Zeit Unfug

By | August 23, 2019

E-Autos sind zurzeit Unfug. Sie sind umweltschädlich, denn der Strom ist dreckig und die Herstellung der E-Autos ist dreckig. Und auch nicht sozialverträglich, denn viele Rohstoffe und Komponenten werden unter ausbeuterischen Bedingungen produziert. Auch sind sie nicht nachhaltig, denn die heutigen Akkus brauchen seltene Elemente und sind daher keine Lösung für die ganze Welt.

Wenn die E-Autos eines Tages 100% recycelbar sind, der Strom CO2-frei ist und die Herstellung der E-Autos material- und CO2-neutral ist, die Akkus aus häufigen Elementen hergestellt werden statt aus seltenen Elementen. Dann sind E-Autos eine sehr gute Sache, denn: Sie verbrauchen typischerweise 20 Kilowattstunden pro 100 Kilometer, während das europäische Durchschnittsauto umgerechnet 80 Kilowattstunden pro 100 Kilometer verbraucht und der Energieverbrauch des typischen Wasserstoffautos 200 Kilowattstunden pro 100 Kilometer entspricht.

Wenn man nun bedenkt, wie viel Energie wir weltweit hinein stecken müssten, um die komplette Autoindustrie, die schon da ist und gut funktioniert, auf E-Autos umzustellen, dann rechnet sich die Sache nicht. Das Nachhaltigkeitsprinzip lehrt uns, die Dinge, die wir schon haben, möglichst lange zu benutzen, sie zu pflegen, zu warten und zu reparieren. Erst wenn es gar nicht mehr geht, sollen wir sie stofflich verwerten.

Wir müssen auch schnell sein, denn der Klimawandel hat keine Geduld mehr mit uns. Schnell bedeutet: wir nutzen die Autos,  die wir haben einfach weiter. Und wir stellen den Treibstoff CO2-frei in den Wüsten her. Künstliche Photosynthese, die heute in Harvard, Bochum und vielen anderen guten Universitäten entwickelt wird, ist der richtige Weg. Wir werden sie bald in Serie sehen.

Und was ist mit dem Wasserstoff, dem Wasserstoff, dem Wasserstoff?

Alle finden aktuell Wasserstoff so toll. Was ist dran? Wir verbrennen in Brennstoff-Autos aller Art Wasserstoff und Kohlenstoff und daraus entsteht Wasser und CO2. Der Energieinhalt von Wasserstoff ist wesentlich höher als der von Kohlenstoff. Daher ist Gas besser als Kohle, weil Kohle wesentlich weniger Wasserstoff enthält. Wenn wir jedoch Wasserstoff pur benutzen, haben wir Probleme, was die Speicherung angeht, was die Betankung angeht und was den Transport angeht, und all diese Probleme führen dazu, dass wir in bisherigen Prototypen einen sehr sehr hohen Energieverbrauch pro 100 km haben, typischerweise zehnmal so hoch wie beim E-Auto. Und: Wir erzeugen den Wasserstoff im Moment meist mit viel CO2-Ausstoß. Die Energiedichte einer Brennstoffzelle oder eines Wasserstofftanks, wenn man Wasserstoff gasförmig verbrennt, ist heute kleiner als der einer Batterie. Vielleicht kann Wasserstoff gerade noch mit der heutigen Batterietechnik konkurrieren. Mit der zukünftigen Batterietechnik kann er nicht konkurrieren.

Und wofür ist Wasserstoff dann tatsächlich gut?

Wasserstoff als Speicherlösung für Windräder in Ländern, in denen wenig Wind weht, ist gut. Und für Photovoltaik in Ländern, in denen die Sonne kaum scheint, wie zum Beispiel in Deutschland. Wir nutzen die vorhandenen Gasnetze, um dort den Ab-und-zu-Strom chemisch zwischenzulagern. Allerdings ist die Umwandlung von Solarstrom und Windstrom in Wasserstoff noch sehr ineffizient. Die Gesamtenergie-, Sozial- und Umweltbilanz sieht im Vergleich zur Kernkraft, insbesondere solcher aus Salzschmelzereaktoren, mies aus.

Auch sollte uns bewusst sein, dass ein Auto, egal welcher Technik, immer schon bei der Herstellung den Großteil der Energie in seinem Lebenszyklus frisst. Das bedeutet: Wir sollten die vorhandenen Autos verwenden und sie CO2-frei aus den heißen Wüsten der Welt (multisourcing für Versorgungssicherheit) mit künstlichen Photosynthesekraftstoffen betanken.

Ich arbeite seit viereinhalb Jahren an dem Thema. Glauben Sie mir trotzdem nichts. Überprüfen Sie es selber. Es stimmt. Wir haben hier die schnellste und beste Lösung. E-Autos sind später dran.

Die beste Lösung liegt in der Gesamtbilanz über den Lebenszyklus vorne, nicht nur in Teilbereichen.

Und was die E-Autos angeht, möchte ich auf den ersten Absatz verweisen. Das heißt: Wir wollen sauberen Strom. Wir wollen 100% recycelbare Fahrzeuge. Wir wollen eine bessere Batterietechnik, die auf häufigen Elementen und nicht auf seltenen Elementen basiert. Dann machen E-Autos Freude und wir können E-Autos guten Gewissens benutzen. E-Autos sind dann ähnlich gut wie die herkömmlichen Autos mit Photosynthesekraftstoffen. So bekommen wir einen langsamen Übergang, den die Menschen nachvollziehen können und gerne mitmachen.

Und: Wir können die hübschen Oldtimer weiter fahren!

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