Aquakultur 2.0: Fisch erzeugen, ohne Gewässer zerstören

By | Januar 11, 2018

Aquakultur 2.0: Fisch erzeugen, ohne Gewässer zerstören

Heute wird mehr als die Hälfte des Fisches weltweit in Aquakultur erzeugt. Eine solche Fischfarm ist ein landwirtschaftlicher Betrieb, der Fische erzeugt. Immer mehr Menschen wünschen sich Fisch als Nahrung. 9 von 10 Fischen wachsen zukünftig in Aquakultur: ein Riesengeschäft.

Heutige Aquakulturen sind teilweise extrem zerstörerisch. Erzeugt man Gambas/Crevetten/Garnelen in südasiatischen Mangrovenwäldern, zerstört das dieses wertvolle und artenreiche Ökosystem zwischen Süßwasser und Salzwasser. Bei der Herstellung mit der heutigen Methode sterben den Züchtern im Schnitt acht von zehn Tieren. Die restlichen zwei frieren sie ein. Sie landen dann, nach langem Transport erst 6 bis 8 Monate später auf den Tellern in Europa. Nicht nur die ökologischen Kosten sind hoch, die Produktqualität ist oft mies und die Kosten sind unangemessen.

Viel besser ist, man züchtet die Tiere dort, wo die Verbraucher leben. Man baut das Ökosystem „Mangrovenwald“ in Schwimmbecken nach und erntet so gesunde und schmackhafte Tiere, die frisch gefangen nur Stunden später auf dem Teller liegen. Solche und ähnliche moderne Methoden, Fisch zu erzeugen nenne ich Aquakultur 2.0.

Die Probleme der alte Aquakulturen

Wir züchten in den meisten herkömmlichen Aquakulturen Raubfische wie Lachse und Forellen. Aber auch Raubfische in Gefangeschaft fressen Fisch. Daher verfüttern die Betreiber heute meist Wildfisch. Die Chance, durch Aquakultur Meer, Seen, Mangrovenwälder und Flüsse vor dem Wildfang zu schützen wird vertan.

Geht es um Nachhaltigkeit und Ökologie, ist Aquakultur mit Fischen, die Pflanzen fressen, viel besser. Der Züchter baut ein Ökosystem aus Pflanzen und Fischen, ein sogenanntes Aquaponics System. Das funktioniert sogar mitten in einer Großstadt wie New York.

Wie funktionirt Aquakultur 2.0? Beispiel Aquaponics

Die Fische liefern Dünger für die Pflanzen. Die Pflanzen liefern Fressen für die Fische, ganz ähnlich wie in einem natürlichen Teich. Heute läuft so etwas computergesteuert und mit Hunderten von Messgeräten überwacht. Die Messgeräte liefern Daten zur Wasserqualität und Fischgesundheit, der Züchter steuert das System mit Programmen, Filtern, Heizung und Kühlung, damit es stabil läuft und Produkte hoher Qualität entstehen.

In der Praxis gibt es heute bereits viele ökologisch und ökonomisch vorbildliche Zuchtbetriebe, die nicht nur Fische sondern auch Gemüse und Salat erzeugen.

Frischer Fisch, frischer Salat und frisches Gemüse von Nachbarn für Nachbarn. Mitten in der Stadt erzeugt und verarbeitet oder als Zutat verkauft. Das ist kein Traum mehr, sondern ein wachsendes, zukunftssicheres Geschäft. Auf dem Dach ein Feld, im Keller Fische, im Erdgeschoss ein Supermarkt mit Restaurant die 100% der Produktion verkaufen oder verarbeiten, dazwischen Wohnungen und Büros. So erzeugen wir in Zukunft einen bedeutenden Teil unserer Nahrung. Ein Bauer muss dann auch kein Landmensch mehr sein. Lebensmittel mit Tieren und Pflanzen herstellen geht auch in der Stadt.

Nicht nur Fische, auch Wassserpflanzen sind lecker und gesund

Lassen Sie uns, wenn wir an Aquakulturen denken, nicht nur auf Fische und Krustentiere schauen. Es gibt sehr viele schmackhafte und nahrhafte Wasserpflanzen. Die können vielem Gemüse an Land nicht nur das Wasser reichen. Sie sind teils sogar geschmacklich überlegen.

Denn alles was Fische lecker und gesund macht, steckt ursprünglich in den Pflanzen, die die Fische gefressen haben. Und viele dieser Pflanzen sind für Menschen auch direkt essbar, roh oder zubereitet, als Gemüse, als Snack oder als Süßigkeit.

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