Massentierhaltung

By | Oktober 25, 2017

Massentierhaltung ist eine besondere Form der Monokultur

Tiere in einer Art Lagerhaus für Lebewesen halten, nennt man Massentierhaltung. Sie dienen dort bloß einem Nutzen, ohne Achtung Ihrer Wesenheit. Ihre Existenz dient allein dazu, möglichst viel Milch, Fleisch, Fell oder Eier produzieren.

Massentierhaltung geht wenig sparsam mit Rohstoffen um, denn sie entreißt die Tiere ihrem natürlichen Kontext. Tiere sind im Vergleich zu Pflanzen sehr anspruchsvoll. Im isolierten Kontext „Lagerhaus für Lebewesen“ müssen Nährstoffe und Heilmittel allein von außerhalb zugeführt werden.

Der natürliche Zusammenhang, in dem die Tiere sich in Jahrtausenden entwickelt haben, erzeugt die Nähr- und Heilmittel selber. Tiere sind dort Teil des Zusammenhangs, füllen die Nische, in der sie entstanden und an die sie angepasst sind. Sie nutzen Stoffe, die andere Lebewesen produzieren und stellen selber Stoffe her, die anderen Wesen als Nahrung und Lebensraum dienen.

Mit dem Geld, das wir ausgeben fördern wir billige Nahrung zweifelhafter Qualität. Wir wählen Parteien, die Zuschüsse und Steuervorteile für zerstörerische Landwirtschaft beschließen. Daher sind wir auch für ihre Zerstörungen verantwortlich und zahlen die Folgekosten.

Der Preis, nicht die Qualität steht im Vordergrund

Die Tiere sind ihrem natürlichen Zusammenhang entrissen. Sie dienen dazu, möglichst billig, möglichst viel zu produzieren. Der Preis berechnet sich dabei allein allein aus dem Geldwert. Die Verschlechterung von Wasser, Boden und Luft wird zunächst einmal nicht mitgerechnet.

Aber das ist noch nicht Alles. Aus Gewinnstreben erhalten die Tiere gerade einmal genug Nähr- und Heilstoffe, um die Zeit bis zur Schlachtung zu überleben. In Massentierhaltung erzeugte Lebensmittel enthalten nicht alle Nährstoffe, die ein voll versorgtes, gesundes Tier produziert.

Wir erzeugen viel, aber mieses Fleisch, viel, aber schlechte Eier und viel, aber schlechte Milch. Mit schlecht ist hier gemeint, dass die Produkte unvollständig sind. Schweinefleisch aus Massentierhaltung fehlen Nährstoffe, die ein gesundes Wildschwein in einem gesunden Wald im Laufe seines Lebens sammelt. Dafür enthält das Billigfleisch oft Giftstoffe, die darin nichts zu suchen haben. Das liegt daran, dass die Tiere nicht genug Bewegung bekommen und nicht das abwechslungsreiche Futter, das sie auf einer artenreichen, naturähnlichen Weide oder im Wald bekommen würden.

Nur ein vollständiger Kontext garantiert Qualität

Nachhaltige Landwirtschaft bedeutet, naturähnlichen Kontexte schaffen. Das ist genau dann wirtschaftlich und umweltgerecht, wenn die Tierart zur Landschaftsform mit ihren Randbedingungen passt. In einem Land wie Deutschland gibt es zu wenig Platz für Rindviehhaltung. Wir verbrauchen viel mehr Fleisch und Milch, als sich hierzulande nachhaltig produzieren lässt. Wenn wir weiter so viel Milch und Fleisch essen, müssen wir sie dauerhaft importieren.

Import kann gut sein, auch wirtschaftlich. In nachhaltig bewirtschaftetem Grasland dienen Rinderherden dazu, Halbwüsten und Wüsten zu restaurieren. Menschen verwüsteten und verwüsten Grasland, wenn ihre Landwirtschaft nicht zur Landschaftsform passt. Mit unserem Einkauf von Milch und Fleisch können wir in Zukunft alte Hirtenkulturen wieder aufleben lassen. Dafür müssen diese wieder Teil des natürlichen Zusanmmenhangs werden, dem wir sie in der Kolonialzeit entrissen haben. Damals haben wir an vielen Orten ungeignete Techniken eingeführt, die in nördlichen Ländern nützlich, in südlichen Ländern aber zerstörerisch sind.

 

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