Sukzession und Komplexität

By | Oktober 24, 2017

Die Pflanzen- und Tierfamilie in Mischkulturen ändert sich ständig

In einer Mischkultur verändert sich die Pflanzenfamilie mit der Zeit. Diese Veränderung nennt der Fachmann: „Sukzession“. Bäume und Büsche wachsen und bleiben. Manche Pflanzen und Tiere verschwinden über die Jahre und neue Arten kommen hinzu. Jeder neue Zustand der Mischkultur schafft wiederum neue Nischen für Leben.

Ständig verändert sich das Zusammenspiel der Pflanzen und Tiere, Mikroorganismen und Kleinstlebewesen. Es ist daher nicht damit getan, einmalig ein komplexes Zusammenspiel von Lebewesen zu gestalten. Deshalb von Beginn an die ständige Veränderung des Zusammenhangs mit denken! Denn nachhaltige Landwirtschaft ist ein Zusammenwirken:

  • der Gleichzeitigkeit
  • über die Zeit
  • unterschiedlich von Boden zu Boden, mit manchmal vielen verschiedenen Böden pro Hof

Das macht die Mischkultur als Fließgleichgewicht schön lebendig. Und es führt dazu, dass dem Bauern der Zukunft gewiss nicht langweilig wird.

Komplexität und Sukzession beherrschen ist der entscheidende Erfolgsfaktor

Eine Mischkultur ist räumlich, von der Artenvielfalt her und von der zeitlichen Veränderung (Sukzession) her komplex. Und Komplexität ist genau das, was man in der bisherigen Landwirtschaft zu vermeiden sucht. Man sperrt alles aus, was einem eventuell in den Weg kommen kann. Dadurch erreicht man aber einen Zustand, der nur mit sehr vielen äußeren Hilfsmitteln funktioniert. Das macht viele heutige Betriebe unwirtschaftlich.

Sie wollen mit Ihrem Bauernhof langfristig und sicher Geld verdienen? Dann nehmen Sie die innere Komplexität des Zusammenlebens verschiedenster Arten an und arbeiten damit. Wenn sie umgekehrt die innere Komplexität nicht umarmen, verlagern sie sie nach außen. Die Agrokonzerne kassieren für diese „Vereinfachung“ dann bei Ihnen ab. Sie bezahlen im schlimmsten Fall mit dem Verlust Ihres Betriebs.

In einem Betrieb hat die wirtschaftliche Nachhaltigkeit Vorrang

Ein landwirtschaftlicher Betrieb ist zunächst einmal ein Betrieb. Die beste Ökologie nützt mir nichts, wenn ich kein Geld verdiene. Nachhaltig Geld verdienen bedeutet: dauerhaft niedrige Kosten und hohe Einnahmen. Als Bauer will ich zuerst, dass die Kasse stimmt:

  • Was wollen die Kunden?
  • Was sind sie bereit dafür zu bezahlen?
  • Wie produziere ich die Produkte möglichst günstig?
  • Wie organisiere ich Marketing und Vertieb?
  • Welche Vorteile bringt mir nachhaltiges und ökologisches Wirtschaften am Markt?

Wichtig ist, dass ökologische Betriebsabläufe immer Kostenvorteile bringen. Das liegt daran, dass jeder Müll aus Stoffen besteht, die man bezahlt hat. Kommen dann Entsorgungskosten hinzu, zahlt man doppelt. Besser, man gestaltet die Abläufe direkt so, dass kein Abfall anfällt. Geht das nicht, kann der eigene Abfall vielleicht zum wertvollen Rohstoff für einen anderen Betrieb werden.

In der Natur ist der Abfall des einen stets der Rohstoff eines anderen. Nachahmung der Natur lehrt uns nicht nur Land bewirtschaften, sie lehrt uns auch, wirtschaftlich erfolgreicher zu arbeiten.

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