Definition = Entscheidungen treffen = Kontexte schaffen

By | November 10, 2017

Heute fr√ľh lag ich im Bett und mein Hirn rauchte beim Denken. Was bedeutet das „Definition“?

Definition = Entscheidungen treffen = Kontexte schaffen

Denn: jede Definition nimmt eine Perspektive ein, setzt viel voraus und ist daher nicht kontextfrei denkbar.

Selbst einer der Basiss√§tze westlicher Mathematik: „Zahlen sind entweder gr√∂√üer Null oder kleiner Null oder gleich Null“ ist eine Setzung und keine Findung. Sie setzt einen umfassenden Kontext voraus und durch ihre Aussage neue Kontexte.

Heute fr√ľh habe ich √ľber eine zu meinem Buch passende Definition des Begriffs „Zersiedlung“ nachgedacht.

Es fängt schon damit an, ob ich diesen Begriff als Beschreibung oder Bewertung auffasse.

Wenn ich dann aber zur Sache komme und zum Beispiel vom „ungesteuerten Wachstum der St√§dte mit geringer Dichte“ spreche, lauern im Hintergrund Bewertungen. Etwa in der Antwort auf die Frage, wof√ľr die durch dichtere Besiedlung „eingesparte“ Fl√§che denn sonst gebraucht werden solle:

  • Naturschutz?
  • Mehr Menschen?
  • Landwirtschaft?
  • √Ėffentlicher Raum statt privater Raum?
  • Geht es um Versieglung oder Besetzung?

Mein Kontext ist das Ziel einer partizipatorischen Gesellschaft, die auf Freiwilligkeit der Akteure beruht. Daher w√ľnsche ich viel √∂ffentlichen Raum und Freifl√§che. Ich w√ľnsche mir, dass Strukturen Raum zum Wachsen haben. Daher sollen gewachsene Strukturen ver√§nderbar sein. Ohne Ver√§nderung w√§ren sie gar nicht entstanden. Ich bin bereit zu sagen „Ja, wir rei√üen drei ganze Bl√∂cke ab und bauen diesen Teil der Stadt menschenfreundlicher und √∂kologischer neu“. Aber ich will, dass dort etwas w√§chst.

Deshalb lehne ich die Vergabe an einen Einzelinvestor, der das ganze Gebiet monolithisch entwickelt, strikt ab. Baugemeinschaften oder Baugenossenschaften scheinen mir die besseren Entwicklungsmodelle zu sein. Ich sehe diese Modelle als partizipatorischer an. Sie sind besserer Ausdruck von Freiwilligkeit. Auch sind Baugemeinschaften oder Baugenossenschaften F√∂rderprogramm f√ľr kreative L√∂sungen und eine lebendige Ordnung. Sie schaffen und f√ľllen immer wieder neue Nischen. Die Stadt bleibt durch sie ein lebendiger Organismus.

Auf diesem Hintergrund entsteht dann meine Definition von „Zersiedlung“, die dann wiederum einen Kontext schafft, der helfen soll, meine Ziele zu bef√∂rdern.

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