Mein Leitbild: Der Weltgarten

By | September 13, 2015

Mein Leitbild: Der Weltgarten

Einer der ersten Leserkommentare hier spricht, was die Idee vom Weltgarten angeht von einer „Schönen Zukunftsvision“. Dabei stelle ich nur ein landwirtschaftliches Konzept vor. Dieses haben verschiedene Forscher in den 1970er und 1980er Jahren in Japan, Australien und Österreich entwickelt oder neu entdeckt. Heute verbreitet sich diese Praxis weltweit mehr und mehr und das fast unbemerkt. Dieses Konzept hat viele Namen, es heißt „Waldgarten“, „Permakultur“, „essbare Landschaft“ oder „natürliche Landwirtschaft“.

Da ich es – was Visionen angeht – mit Helmut Schmidt halte, spreche ich lieber von einem Leitbild, also einer Idee wie man als Einzelner oder als Gruppe leben will. Eine sehr konkrete Idee, auf die man hinarbeiten kann; ohne diese gräßlichen Bedingungen, die angeblich erst eintreten müssen, bevor man die eigenen Ideen verwirklicht. So etwas ist kein Leitbild sondern eine Träumerei, Schwärmerei, Ideologie oder billige Entschuldigung fürs Nichtstun.

Grüne Infrastruktrur

Ich habe beobachtet, dass es mit der „Grünen Infrastruktur“ zur Zeit nicht zum Besten steht, dass aber die „Grüne Infrastruktur“ nach wie vor das Fundament ist, auf dem unsere Existenz gründet.

„Grüne Infrastruktrur“ erzeugt: Saubere Luft, Sauberes Wasser, Nahrung. Diese drei zusammen ermöglichen uns Leben, Arbeit, Existenzsicherung, Fortpflanzung. Ohne Grüne Inmfrastruktur keine Kultur, keine Unterhaltung und kein Fortbestand unserer Art.

Aus diesem Grund kann keiner, egal welcher politischen Richtung er angehören mag, dagegen sein, diese Existenzgrundlage zu erhalten, zu sichern und zu verbessern.

Mein Leitbild ist, dass wir Menschen den Planeten aufräumen und zwar nicht, weil wir in unserer Freizeit Bäume knutschen, sondern aus purem Eigeninteresse; weil es außerdem Spaß macht und wir auf diese Art reicher werden in jeder Hinsicht.

Bessere „Grüne Infrastruktur“ sorgt für natürlichen Rohstoffe im Überfluss. Damit wenden wir die drohende Änderung des Klimas ab. Das ist sinnvoll, denn der Klimawandel hat wahrscheinlich für die meisten Menschen weltweit sehr unangenehme Folgen haben.

Im Einzelnen stelle ich mir vor:

  • Der Trend in die Städte wird anhalten. Ich gehe davon aus, dass im Jahr 2050 etwa 80 bis 90% der Menschheit in den großen Städten leben wird.
  • Zwischen den Städten werden „essbare Landschaften“ wachsen. Das sind Waldgärten, in denen Fische, Tiere und Pflanzen leben. Es gibt auch wieder „echte Wildnis“, die als Archiv der Artenvielfalt dient.
  • Die Städte werden sich aus sich selbst und ihrer unmittelbaren Umgebung versorgen können. Es wird Waldgärten geben, horizontale Gärten in und auf Hoch(gewächs)häusern, vertikale Gärten, essbare Parks und unterirdische Gärten, die mit eingespiegeltem Sonnenlicht und künstlichem Licht Nahrung erzeugen
  • Die Energieversorgung wird ohne fossile Energieträger auskommen, dazu gibt es laut David MacKay (=> kostenloses Buch im Netz) folgende Möglichkeiten: a) Solarthermische Kraftwerke in heißen Wüsten und b) Kernkraft, allerdings nicht die heute bekannte, die nicht nachhaltig ist und zu viele Probleme macht, die ihr zu Recht einiges an Gegnerschaft eingebracht haben. Nennen wir die neue Kraft mal „Grüne Kernkraft“ und akzeptieren für den Moment nur, dass sie eine Möglichkeit ist, nicht aber unbedingt eine Notwendigkeit und c) aus rein physikalischen Gründen zu einem kleineren Anteil Wind, Photovoltaik, Wasserkraft, Gezeitenkraft, Wellenkraft, Geothermie und so weiter.
  • „Essbare Landschaften“ erzeugen genug Nahrung. Das gilt auch für Fische. Daher können wir die Meeresfischerei für einige Jahre komplett aussetzen. Dann kann sich das Meer erholen. Das CO2, dass die sich Meesrestiere und -pflanzen in ihren Körpern speichern, wird eine Großteil des industriehistorischen CO2 aus der Luft holen. Zusammen mit den Waldgärten führt das zur Stabilisierung des Klimas.

Wie kann das geschehen?

So wie ich es in meiner Heimatstadt vorhabe. Einfach Schaufel und Hacke schnappen und die Nahrung selber erzeugen. Oder aber Vertrauenspersonen damit beauftragen, klimapositive Nahrung zu erzeugen:

  • Auf öffentlichen Flächen
  • auf Flächen, die ehemals destruktiver oder nicht profitabler Landwirtschaft dienten, aus vorhandenem Kapital der Bürger gekauft
  • in Dachgärten
  • vertikalen Gärten
  • Gärten auf renaturieren Müllkippen
  • Industriebrachen
  • Auf Straßen und anderen Transportflächen, davon brauchen wir zukünftig ohnehin weniger

Das Konzept ist elegant. Wir brauchen nicht warten auf die Politik, auf ein neues Volk, auf „Entscheidungsträger“ oder darauf, dass sich die Menschen ändern. Nein. An so was glaube ich nicht. Wir nehmen die Menschen so wie sie sind. Indem wir die grüne Infrastruktur in Selbsthilfe in Ordnung bringen. Und nachher passt das Grünzeug auf sich selber auf und versorgt uns.

Dass es schon geschieht, brauche ich kaum zu erwähnen, denn von „Urban Gardening“ hat schon fast jeder gehört. Aber dazu werde ich noch einiges schreiben, Fallbeispiele gibt es sehr viele. Weltweit. Hier ein paar Videos.

Artgerecht gehaltene Kinder

Reichtum? Genau, Hatte ich oben schon erwähnt. Ein Kind, das häufig in der Natur spielt, mit Tieren zusammen lebt und im Dreck wühlt, entwickelt sein Gehirn besser als eines, das nur mit Plastikpizza vor Computerspielen hängt.

Nur damit Klarheit herrscht: Ich mag Plastikpizza und Computerspiele, allerdings nicht ausschließlich, denn ich koche gerne. Computerspiele sind auch kein Ersatz für die Umgebung, in der sich unser Gehirn in 1 Million Jahre entwickelt hat. Das sind nämlich: Wald, Feld, Höhlen, Bäume, Sträucher, Teiche, Flüsse, Seen.

Draußen mit anderen Kindern rumrennen fand ich als Kind sehr geil. Und wenn ich heute Kinder sehe, die das dürfen, sehe ich glückliche Kinder, die Abends müde gespielt sind. Sie sind vollgepumpt mit Energie und frischer Luft. Von ADHS und sonstigen Deprivationsproblemen keine Spur.

Wir wollen artgerecht gehaltene Tiere essen. Warum halten wir unsere Kinder dann nicht artgerecht?

Der Weltgarten

  • Das Land ist ein Waldgarten.
  • Die Stadt ist ein Stadtgarten.
  • Das Meer ist ein Wassergarten, in dem Wale und Haie sich und uns als Gärtner dienen.
  • Die Menschen sind mit sauberer Luft, frischem Wasser und nachhaltig erzeugter Nahrung übereichlich versorgt.
  • Die Kinder leben artgerecht.

Das ist die Idee.

Wir kommen da hin, indem jeder jetzt anfängt, seinen Beitrag zu leisten. Jedes Projekt lernt von den anderen Projekten weltweit („best practice“-Prinzip). Viele sind schon unterwegs und keiner hindert Sie und mich daran, mitzumachen.

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